„Moment mal“
Der Monatsblog „Moment mal“ ist das öffentliche Web-Tagebuch der Caritas für das Bistum Münster zu Fragen von Gott und der Welt. Aus der Caritas für die Caritas stellen Autorinnen und Autoren einen Gedanken zur Verfügung, der zur persönlichen Lektüre oder auch für Teamsitzungen genutzt werden kann.
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Mai - Tanz dich glücklich
Letztes Wochenende war ich in Münster tanzen. Ein Abend mit Müttern, für Mütter. Ein Raum nur für uns. Ein Ort, an dem alles leicht war. Kein Planen, kein Müssen, kein Vergleichen. Ich ging los, wie ich mich fühlte. Ohne zu überlegen, ohne zu fragen: »Was ziehe ich an? Wie tanze ich? Wer könnte mich beobachten?« Früher hätte ich stundenlang darüber nachgedacht, wie alles wirken könnte. Dieses Mal nicht. Dieses Mal war da nur Freude. Nur Musik. Nur Bewegung. Nur ich, mitten im Moment. Die Arme hoben sich ohne Zögern. Mein Körper bewegte sich einfach, als hätte er nie etwas anderes getan. Es gab kein Richtig, kein Falsch, kein Kontrollieren. Nur Leichtigkeit. Nur dieses unglaubliche Glück, mich selbst zu spüren und anzunehmen, genauso, wie ich bin. Nicht perfekt, aber echt. Und in diesem Moment war das alles, was zählte. Und ich spüre es tief, wie glücklich ich bin, nicht mehr 17 zu sein. Nicht mehr die Blockaden, die Unsicherheiten, die ständige Selbstbeobachtung zu tragen. Die Zeit, die Erfahrungen, all die kleinen und großen Wege meines Lebens, sie haben mir dieses Glück gebracht. Diese Freiheit, die nur entsteht, wenn ich mir erlaube, zu sein. Wenn ich erkenne, dass alles, was ich bin, genug ist. Es gibt etwas Sanftes, Spirituelles in diesen Momenten. Das tiefe Einverstanden-Sein mit mir selbst. Getragen von Musik, Freude und meiner eigenen Präsenz spüre ich, dass alles, was ich bin, richtig ist. Dieses bewusste Ankommen ist wie ein stilles Dankgebet. Tanzen, nicht für andere, nicht nach Regeln, sondern als Ausdruck von Freiheit, als Gespräch mit mir selbst, als Freude, die meinen Körper bewegt und mein Herz leicht macht. Glücklich sein beginnt, wenn ich die Fragen loslasse. Wenn ich mir selbst Raum gebe. Wenn ich erkenne, ich darf so sein. Ich darf mich spüren. Ich darf Freude zulassen. Und genau das macht den Moment so kraftvoll, so leise, so kostbar. Vielleicht ist dies das wahre Glück: nicht perfekt zu sein, sondern wahr zu sein. Mich selbst anzunehmen, bedingungslos. Zu wissen, ich bin angekommen. Ich bin genug. Ich bin frei. Mit jedem Schritt. Mit jedem Lachen. Mit jedem Tanz, der mich daran erinnert, wie schön es ist, ich selbst zu sein. Und wie wunderbar es ist, die Jahre und die Erfahrung in diesem Glück zu spüren. Tanzen Sie sich glücklich! Kristina Lind |
