Wunderbare Weihnachten im Schaufenster (von links): Hildegard Dargel vom Leitungsteam des CaritasNetzwerkes in Coesfeld, Vivian Tran von der Adler-Apotheke und Veronika Wessling, Sprecherin des CaritasNetwerkes.Michael Bönte, Caritasverband für die Diözese Münster
Er ist für Passanten und Kunden nicht zu übersehen. Im Schaufenster der Adler-Apotheke leuchten seine roten Kugeln und Schleifen. Viel wichtiger aber sind die kleinen Karten, die in die Grünen Äste des Tannenbaums gehängt wurden. "Puppenzubehör" steht auf einer. Und: "Mädchen, 4 Jahre." "Gutschein für H&M - Frau, 36 Jahre" auf einer anderen. Wünsche, die sich diese Menschen nicht erfüllen können.
Veronika Wessling hat die Wünsche gesammelt und auf die Karten geschrieben. "Ich habe Kontakt zu vielen Menschen hier in Coesfeld und Lette, denen zu Weihnachten das Geld fehlt, um sich oder anderen eine Freude zu machen." Die Sprecherin des CaritasNetwerkes St. Lamberti öffnet mit ihrem ehrenamtlichen Team zwei Mal in der Woche den "Sozialpunkt" als Offene Tür für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. In den Sprechstunden oder auch beim täglichen Mittagstisch erfährt sie von deren alltäglichen Herausforderungen.
Und so war der Kontakt zu der nahen Apotheke schon seit einigen Jahren eng. "Die Frage nach Unterstützung bei Medikamenten hören wir oft", sagt Wessling. "Gerade in der Winterzeit können sich viele das Nasenspray oder die Grippetablette nicht leisten." Die Gemeindecaritas kann dann helfen, Gutscheine ausstellen oder geschenkte Artikel weitergeben.
Das Team der Apotheke hatte die Idee für den Geschenke-Baum. "Es gab nicht wenige Kunden, die uns ansprachen und fragten, was sie für diese Menschen tun können", sagt Mitarbeiterin Vivian Tran. "Wir haben die Gemeindecaritas angesprochen, um Kontakt zu bedürftigen Menschen zu bekommen." Vor sechs Jahren startete dann das Projekt. Etwa vierzig Karten werden seither in der Adventszeit in den Baum gehängt. "Die meisten sind schon nach wenigen Tagen wieder weg."
"Weg" bedeutet in diesem Fall etwas Gutes: bei den Wunsch-Erfüllern. Die nehmen die anonym gestalteten Karten mit und legen später die Geschenke unter den Baum. "Im Wert von 30 bis 40 Euro", sagt Wessling. Auf den finanziellen Rahmen hat sie schon bei den Anfragen geachtet. "Wie wertvoll den Schenkenden die Aktion ist, ist vor allem an den liebevollen Verpackungen zu sehen." Die Zustellung übernimmt dann wieder die Gemeindecaritas.
Es sind 40 Wünsche, die jedes Jahr in Erfüllung gehen. Auch dieses Mal können sich Menschen über etwas freuen, das für sie außerhalb der finanziellen Reichweite liegt. Es ist eine weihnachtliche Ergänzung zur Adventssammlung der Gemeindecaritas, deren Freiwillige in diesen Tagen unterwegs sind, um Spenden zu sammeln. Das Geld hilft das ganze Jahr bei ihrer Arbeit. Der Geschenke-Baum strahlt eine zusätzliche weihnachtliche Botschaft aus.
Von Recke bis Recklinghausen, von Emmerich bis Lengerich - die Caritas im Bistum Münster ist für Menschen in Notsituationen da. Ob Jung oder Alt, Alleinstehend oder Großfamilie, mit Behinderung oder Migrationshintergrund, körperlicher oder psychischer Erkrankung. Unter dem Motto "Not sehen und handeln" sind 80.000 hauptamtliche Mitarbeitende und 30.000 Ehrenamtliche rund um die Uhr im Einsatz. Für die Hilfe vor Ort sorgen 25 örtliche Caritasverbände, 18 Fachverbände des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und 3 des SKM - Katholischer Verein für Soziale Dienste. Hinzu kommen unter anderem 57 Kliniken, rund 150 Einrichtungen der Behindertenhilfe, 205 Altenheime, 105 ambulante Dienste, 115 Tagespflegen, 27 Pflegeschulen, 89 Kindertageseinrichtungen und 22 stationäre Einrichtungen der Erziehungshilfe.