Ein Bild aus der Ausstellung: Alisa Vasylieva aus Kyjiw trainiert Volleyballmannschaften.Günter Benning
Menschen auf der Flucht haben ein Gesicht und eine Geschichte. Sie haben ihre Heimat verloren und hoffen auf eine Zukunft. 15 Fotos von Geflüchteten aus der Ukraine ermöglichen einen Blick auf diese Schicksale. Die Ausstellung mit Fotografien von Günter Benning wird am 27. Januar um 18 Uhr in der Überwasserkirche eröffnet.
Die Initiative zu der Fotoausstellung ging von Heinz Kues und Dr. Bernhard Hülsken aus, beide jahrelang ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. "Ursprünglich gab es die Idee eines individuellen Fotobuches, das die beteiligten Personen in ihre Heimat schicken könnten", sagt Kues. Entwickelt hat sich daraus eine Bilderausstellung, in der die Schicksale der Porträtierten erzählt werden - von der jungen Architekturstudentin, die in Greven einen Job in der Logistik gefunden hat, bis zur fünfköpfigen Familie, die die ukrainische Kultur in der Kirchengemeinde und im Chor in Münster pflegt.
"Ich hatte todtraurige Menschen erwartet", gibt Fotograf Benning zu. Getroffen hat er Geflüchtete, die ihr Schicksal mit viel Energie in die Hand nehmen. Viele jobben auch vor Ende des Sprachkurses, zwei Frauen aus Irpin haben neben ihrem Job im Postverteilzentrum ein Schnellrestaurant eröffnet. Niemand wolle lange von staatlicher Hilfe leben.
Möglich machten die Ausstellung Olga Stromberger und Rita Zimmermann. Stromberger ist Vorsitzende des Vereins "You are. Ukraine-Hilfe aus aller Welt". Sie hat Kontakte zu den Menschen hergestellt und als Übersetzerin unterstützt. Zimmermann weiß als Osteuropahistorikerin und Museumsmitarbeiterin, wie Ausstellungen am besten präsentiert werden.
"Natürlich war es nicht immer leicht, Ukrainerinnen von der Teilnahme zu überzeugen", sagt Fotograf Benning. Manche Geschichten sind erschütternd und kaum in wenigen Sätzen zu fassen. Andere glaubten, ihre Geschichte sei wiederum nicht schrecklich genug. Auch fürchteten manche Männer Verurteilungen, weil sie hier und nicht in der Ukraine seien. Zu allen Bildern gibt es Texte auf Deutsch und in der Onlineversion auch auf Ukrainisch. Zur Vernissage wird herzlich eingeladen.
Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe "Glasarche - Schutz für Menschen auf der Flucht" vom Bistum Münster, der Caritas und der Akademie Franz Hitze Haus. Alle Informationen unter: www.caritas-bistum-muenster.de/glasarche.
Von Recke bis Recklinghausen, von Emmerich bis Lengerich - die Caritas im Bistum Münster ist für Menschen in Notsituationen da. Ob Jung oder Alt, Alleinstehend oder Großfamilie, mit Behinderung oder Migrationshintergrund, körperlicher oder psychischer Erkrankung. Unter dem Motto "Not sehen und handeln" sind 80.000 hauptamtliche Mitarbeitende und 30.000 Ehrenamtliche rund um die Uhr im Einsatz. Für die Hilfe vor Ort sorgen 25 örtliche Caritasverbände, 18 Fachverbände des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und 3 des SKM - Katholischer Verein für Soziale Dienste. Hinzu kommen unter anderem 57 Kliniken, rund 150 Einrichtungen der Behindertenhilfe, 205 Altenheime, 105 ambulante Dienste, 115 Tagespflegen, 27 Pflegeschulen, 89 Kindertageseinrichtungen und 22 stationäre Einrichtungen der Erziehungshilfe.