Das Bistum Münster, der Diözesancaritasverband und Projektverantwortliche der Caritas Bottrop sowie des SkF Lüdinghausen haben am Mittwoch, 8. Juli, die Jahreskampagne „Zusammen geht was!“ gestartet. „Zusammen geht was!“, sagte Bischof Heiner Wilmer, „mache auch so sichtbar, was vielerorts bereits geschieht: Menschen engagieren sich füreinander, übernehmen Verantwortung und schaffen Orte, an denen niemand allein bleiben muss. Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann
Gemeinsam gegen Einsamkeit, gemeinsam für mehr Zusammenhalt: Unter dem Motto "Zusammen geht was!" haben das Bistum Münster und der Diözesancaritasverband Münster am 8. Juli eine gemeinsame Kampagne gestartet. Dabei geht es darum, die Bedeutung von gesellschaftlichem Zusammenhalt und einem füreinander Dasein stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, bestehende Angebote sichtbarer zu machen und neue Begegnungsräume zu schaffen.
"Füreinander da sein, miteinander sein, Verantwortung übernehmen - das ist es, was unsere Gesellschaft braucht und was sie zusammenhält", betonte der Bischof von Münster, Dr. Heiner Wilmer beim Auftakt der Kampagne. "Gemeinschaft ist das starke Mittel gegen Spaltung. Kirche und Caritas sind dabei nicht zuerst Institutionen, sondern Orte der Begegnung. Sie schaffen Räume, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und erleben, dass sie dazugehören."
Die Kampagne knüpft an die erfolgreiche Demokratiekampagne "Lebe Freiheit!" von Bistum und Diözesancaritasverband Münster an und führt deren Anliegen konsequent weiter. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass Gemeinschaft nicht nur das Wohlbefinden des Einzelnen stärkt, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit die Demokratie. Das zeigt auch das Logo - das bunte Herz der "Lebe Freiheit!"-Kampagne bleibt, und das bewusst.
"Zusammen geht was!", so sagte Wilmer weiter, "mache auch so sichtbar, was vielerorts bereits geschieht: Menschen engagieren sich füreinander, übernehmen Verantwortung und schaffen Orte, an denen niemand allein bleiben muss. Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind die Grundlage für Vertrauen - und Vertrauen ist die Basis einer starken demokratischen Gesellschaft."
Auch der Diözesancaritasverband Münster sieht in der Kampagne ein wichtiges gesellschaftliches Signal. "Jede sechste Person ab zehn Jahren fühlt sich häufig einsam - das sind mehr als zwölf Millionen Menschen in Deutschland”, sagte Diözesancaritasdirektor Dominique Hopfenzitz beim Kampagnenauftakt. Studien zeigten zudem, dass Einsamkeit krank mache. "Unser Einsatz für Gemeinschaft ist nicht neu", sagte Hopfentzitz. "Mit der Kampagne verleihen wir ihm jedoch neue Sichtbarkeit. Wir machen deutlich, dass sich niemand für Einsamkeit schämen muss, dass viele Menschen betroffen sind und dass es Wege aus der Isolation gibt.” Gerade Menschen in schwierigen Lebenssituationen brauchten Gemeinschaft, Beistand und Orte, an denen sie willkommen sind. Deshalb fördert der Diözesancaritasverband in den kommenden beiden Jahren sechs Modellprojekte gegen Einsamkeit mit insgesamt 240.000 Euro.
Dazu gehört das Projekt "Gemeinsam fit im Kopf & im Gespräch" des Caritasverbands Bottrop. Es ist ein Tandemprojekt gemeinsam mit der Pfarrei St. Johannes der Täufer. Mit Beratung, Gesprächsgruppen, Gedächtnistraining und ehrenamtlichem Engagement entstehen niedrigschwellige Treffpunkte insbesondere für ältere Menschen. Das Projekt verbindet soziale Beratung, Seelsorge und Gemeindecaritas und stärkt so das Miteinander im Quartier.
"Wir möchten durch vielfältige, niedrigschwellige und lokal verankerte Angebote die persönlichen Kontakte von Menschen im höheren Lebensalter und von Armut Betroffenen ermöglichen und ihre Teilhabe stärken", sagte Bettina Beusing, Projektleiterin, Leitung des Fachbereichs Beratung, Arbeit und Sozialraum und Leitung der Gemeindecaritas. Das Projekt fuße auf drei Säulen, ergänzte Werner Koschinski, Pastoralreferent der Pfarrei St. Johannes der Täufer Bottrop und im Projekt Ansprechpartner für den Bereich Seelsorge und erklärte weiter: "Wir bieten außer Beratung sowie Gruppen- und Gemeinschaftsangeboten auch die Säule Ehrenamtsarbeit. Dort können sich auch die Menschen, die wir erreichen möchten, selbst einbringen."
Ein weiteres gefördertes Projekt ist "Zusammen geht mehr" des Sozialdienstes katholischer Frauen Lüdinghausen. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche, die von Einsamkeit oder sozialer Isolation betroffen oder bedroht sind. Altersgerechte Gruppenangebote, Gefühlsarbeit, Kooperationsspiele sowie Elternworkshops fördern soziale Kompetenzen, stärken das Zugehörigkeitsgefühl und helfen, Ausgrenzung frühzeitig entgegenzuwirken.
Wir möchten gerne Kinder aus der Einsamkeit holen. Wir möchten Kinder und Jugendliche stärken und hoffen, dass jedes Kind, jeder Jugendliche Freunde finden kann, betonten Sarah Kos, Projektleitung und Fachkraft im Bereich Allgemeine Familien- und Sozialberatung als Verwaltungsfachwirtin und Martina Wilke, Vorstandsvorsitzende des SkF Lüdinghausen.
Weitere Informationen zu den geförderten Projekten unter der Schirmherrschaft von WDR-Moderatorin und Autorin Steffi Neu gibt es online unter www.caritas-bistum-muenster.de/zusammengehtwas.
Mit zahlreichen weiteren Aktionen, Veranstaltungen und Projekten wollen die Caritas und das Bistum Münster bis Ende 2027 zeigen, wie Gemeinschaft entsteht - und warum sie für jede und jeden Einzelnen ebenso wichtig ist wie für ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft. Dabei steht das erste große Highlight schon vor der Tür: Am Wochenende vom 28. bis 30. August findet in Münster der NRW-Tag unter dem Titel "Demokratie lebt. Vielfalt verbindet" statt. "Zusammen geht was!" ist dann praktisch erlebbar: Mit einem großen Stand auf dem Überwasserkirchplatz laden die Initiatoren der Kampagne Besucherinnen und Besucher ein, das Großereignis gemeinsam in entspannter Atmosphäre zu erleben.