Schuhe unterschiedlicher Generationen sind Markenzeichen für das Verbindende der Jahreskampagne: Dominique Hopfenzitz mit den Fußballschuhen seines Sohnes und eigenen Schuhen.Michael Bönte/Caritasverband für die Diözese Münster
Das Thema brennt, weil die Herausforderungen bereits enorm sind und weiter wachsen: Die Alterspyramide der Gesellschaft ändert sich massiv, was viele Herausforderungen und Probleme mit sich bringt. Die Caritas stellt dieses Thema im Jahr 2026 deshalb in den Fokus. "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen", heißt die Jahreskampagne, mit der der Verband deutschlandweit auf den Wert und die Chancen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlichen Alters aufmerksam machen will. Auch im Bistum Münster wird es zahlreiche Aktionen und Projekte geben, bei denen es um Begegnung, Verständnis und Zusammenhalt gehen wird.
"Die Gesellschaft darf sich nicht in einen Zustand entwickeln, in dem Menschen nur noch konkurrieren und polarisieren", sagt Diözesancaritasdirektor Dominique Hopfenzitz zum Auftakt der Kampagne am 19. Januar. Das gelte besonders auch für das Zusammenleben der Generationen, bei dem sich heute schon tiefe Gräben bei Sinnfragen, Lebensgestaltung und Perspektiven auftäten. "Diese Spaltung wollen wir überwinden, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam angehen und tragfähige Lösungen finden zu können."
Dabei werde es nicht um das Aufrechnen von Aufwand und Nutzen für die einzelnen Generationen gehen, sondern um das Erleben von Bereicherung. "Die Gesellschaft kann von den Erfahrungen älterer Menschen und den Träumen jüngerer Menschen profitieren", so Hopfenzitz. Mit Blick auf die Herausforderungen etwa für das Rentensystem, den Klimaschutz oder in der Altenpflege dürfe es nicht um Spaltung unterschiedlicher Altersgruppen gehen, "sondern um ein solidarisches Zusammenwachsen."
Eine Gesellschaft ohne dieses "generationenverbindende Miteinander" werde sonst immer mehr auch zum "Stresstest für die Demokratie", sagt Hopfenzitz. "Die Entwicklung besitzt ein großes Potenzial für Ausgrenzung und extremistische politische Positionen." Wenn die sozialen Sicherungssysteme für Menschen nicht mehr funktionierten, sei der Schritt zu Radikalisierung und zum ausgrenzenden Blick auf die eigenen Vorteile nicht weit.
"Die Caritas lebt in ihren Einrichtungen und Diensten die verbindenden Kräfte des Miteinanders", sagt Hopfenzitz. In der Jahreskampagne sollen diese Erfahrungen geteilt und Menschen dazu eingeladen werden, sie mitzuerleben. Auch soll zur Diskussion angeregt und Forderungen in die Politik getragen werden. "Die Wirksamkeit des Generationenverbindenden soll sichtbar und die Zukunftsperspektiven für alle verbessert werden." Weitere Informationen und Material zur Jahreskampagne gibt es auf www.caritas.de/verbindet.
Von Recke bis Recklinghausen, von Emmerich bis Lengerich - die Caritas im Bistum Münster ist für Menschen in Notsituationen da. Ob Jung oder Alt, Alleinstehend oder Großfamilie, mit Behinderung oder Migrationshintergrund, körperlicher oder psychischer Erkrankung. Unter dem Motto "Not sehen und handeln" sind 80.000 hauptamtliche Mitarbeitende und 30.000 Ehrenamtliche rund um die Uhr im Einsatz. Für die Hilfe vor Ort sorgen 25 örtliche Caritasverbände, 18 Fachverbände des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und 3 des SKM - Katholischer Verein für Soziale Dienste. Hinzu kommen unter anderem 57 Kliniken, rund 150 Einrichtungen der Behindertenhilfe, 205 Altenheime, 105 ambulante Dienste, 115 Tagespflegen, 27 Pflegeschulen, 89 Kindertageseinrichtungen und 22 stationäre Einrichtungen der Erziehungshilfe.